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Erste Bekanntschaften an Bord
„Landschaft oder Heimweh?“ „Wie bitte?“ Neben Simon lehnt ein junger Mann in Uniform an der Reling. „So wie du auf das Ufer starrst: Schaust du dir die Landschaft an oder hast du Heimweh?“ „Ich muss an jemanden denken.“ „Also Heimweh.“ Der Matrose blickt einen Moment lang ebenfalls schweigend auf das vorbeiziehende Themseufer. „Ich bin George, und wer bist du?“ „Ich heiße Simon.“ „Simon – jetzt geht’s nach Amerika!“ „Bist du schon mal drüben gewesen?“ „Ja, das ist meine dritte Überfahrt!“ Eine Spur von Stolz schwingt in Georges Stimme mit. „Hast du jemanden in England besucht?“ „Ich wandere aus.“ „Alleine?“ „Ja.“ „Hm – du bist wahrscheinlich der jüngste Alleinreisende hier an Bord. Wie alt bist du denn eigentlich?“ „Ich bin siebzehn.“ „Siebzehn! Ganz schön mutig.“ Jetzt ist auch Simon neugierig. „Du trägst Uniform. Bist du wichtig hier an Bord?“ „Wichtig ist der Kapitän. Ich bin der Zweite Offizier.“ „Dafür bist da aber auch noch ganz schön jung, oder?“ „Ich bin zweiundzwanzig.“ „Dann bist du auch früh weg von zu Hause.“ „Ja, aber nicht ganz freiwillig. Meine Mutter ist gestorben, als ich sieben war.“ „Und dein Vater?“ „Mein Vater war Offizier bei der Royal Navy, er ist vor vier Jahren ums Leben gekommen.“ „War es ein Unfall?“ „Er hat damals im Mittelmeer seinen Dienst verrichtet, auf der HMS Dreadnought, einer 98-Kanonenfregatte mit drei Decks, ein gewaltiges Schiff!“ Simon spürt, wie nahe es George geht, die Geschichte zu erzählen. Ein Kloß sitzt in seinem Hals und er kann nichts sagen. „Sie haben im Mittelmeer Piraten verfolgt“, fährt George fort. „Die operierten von Nordafrika aus und haben großen Schaden unter den Handelsschiffen angerichtet. Als die Mannschaft meines Vaters eines dieser Schiffe aufbrachte, kam es zu einem Gefecht – mein Vater wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen. Er war sofort tot …“ Simon traut sich kaum, George in die Augen zu sehen. Eine Träne löst sich und läuft dem jungen Offizier über die Wange. „Das tut mir leid, George.“ „Geht schon, es ist ja schon vier Jahre her. Und es wird von Monat zu Monat besser.“ „Wieso bist du auch zur Marine gegangen?“ „Ich habe keine Verwandten – damals war ich erst achtzehn und Freunde meiner Eltern haben mir geholfen. Einige von ihnen waren bei der Royal Navy. Ich wollte immer das machen, was mein Vater gemacht hat, und mich fasziniert das Meer genauso wie ihn früher. Die Handelsmarine scheint mir ungefährlicher. Aufregend ist es bei uns aber auch, das wirst du noch sehen.“ „Ich bin sehr gespannt.“ „Und? Hast du schon jemanden hier an Bord kennengelernt?“ „Ja, meinen Kojennachbarn, John Parson, und jetzt dich.“ „Du fährst in einer Kabine? Kannst du dir das leisten?“ „Meine Großeltern haben mir die Überfahrt geschenkt.“ „Da hast du wirklich Glück gehabt.“ George betrachtet Simon genauer. „Aber eigentlich hätte ich es wissen müssen, an deiner Kleidung hätte ich es sehen können.“ Simon wird verlegen. Er möchte nicht am Wohlstand seiner Familie gemessen werden. „Die meisten Passagiere sind im großen Saal untergebracht.“ George zeigt zur Mitte des Schiffes. „Und siehst du die Luke vorne vor dem Bugkastell? Da sind die Mannschaftsunterkünfte.“ „Ich würde mir sehr gerne einmal das ganze Schiff ansehen“, meint Simon. „Darf man sich hier umschauen?“ In diesem Moment hallt eine dunkle Stimme über das Deck. „Mister Boyt, zum Quarterdeck!“ „Oh, das bin ich. Der Kapitän – ich muss sofort los! Hat mich gefreut, dich kennenzulernen, Simon.“ „Mich auch, George! Bis später.“ Simon schlendert an der Reling entlang zum Bug der Whitecap. Das Schiff liegt ruhig im Wasser der Themse und nimmt unaufhaltsam Kurs auf die Nordsee. Simon betrachtet die Menschen, die sich mit ihm an Deck befinden. Er bemerkt einige gut bis vornehm gekleidete Personen, viele Paare, aber auch etliche recht ärmlich wirkende Menschen, darunter einige Familien mit Kindern. Ob das Auswanderer sind, genau wie er selber? Oder Geschäftsleute? Vielleicht auch bereits Ausgewanderte, die wieder einmal ihre Heimat besucht haben? Simon wirft Einzelnen einen freundlichen Blick zu, einige grüßen zurück. „Na, Simon, wo treibst du dich denn so rum?“ John Parson ist zu ihm getreten. „Wie lange wird es wohl noch dauern, bis wir auf die offene See kommen?“ „Bis heute Abend“, erwidert Simon. „Hast du schon mal darüber nachgedacht, was all die Menschen hier an Bord bewegt, nach Amerika zu fahren?“ Bevor John etwas erwidern kann, kommt die Antwort von einer schrillen Frauenstimme. „Wir sind zu Besuch in unserer Heimat Oxford gewesen und fahren jetzt wieder zurück.“ Die Stimme gehört einer älteren, kräftig gebauten Dame. Sie steht neben einem hageren Herrn im etwa selben Alter. Das Paar macht einen wohlhabenden Eindruck. „Entschuldigen Sie, wenn wir uns so einmischen“, wendet sich nun der Herr an die beiden jungen Männer. „Mein Name ist Curtis Tremaine und das ist meine Frau Henrietta.“ Auch Simon und John stellen sich vor. Doch weder sie beide noch Curtis Tremaine kommen im Weiteren groß zu Wort. Nur mit Nicken oder Kopfschütteln können sie sich an dem „Gespräch“ beteiligen, das die mitteilsame Henrietta nun führt. Von ihrer Geburt, über ihre Heirat und die Auswanderung bis hin zum neuesten Klatsch und Tratsch – alles sprudelt nur so aus ihr heraus. Simons Blicke schweifen immer häufiger ab. Seine Aufmerksamkeit wird von einer Gruppe Jungen angezogen, die sich gegenseitig einen Ball zuwerfen. Das erinnert ihn an das Ballspiel mit seinem Bruder Christoph im Garten der elterlichen Villa. Da greift sich ein großer blonder Mann den Ball, ein Grinsen auf dem Gesicht. Er sagt etwas zu einem anderen Mann in der Nähe, dann entfernen die beiden sich. Dabei werfen sie sich den Ball gegenseitig zu, während die Jungen ihnen nachlaufen und versuchen, ihnen den Ball wieder abzujagen. Dann, ganz plötzlich, wirft der Blonde den Ball in hohem Bogen über Bord. Einer der Jungen fängt an zu weinen, ein anderer läuft davon, um Sekunden später mit einer schlicht gekleideten Frau zurückzukommen. „Das ist der Mann, Tante Shayne!“ „Welcher von beiden? Der Blonde?“ „Ja, genau der!“ Mit ausgestreckter Hand zeigt der Junge auf den Übeltäter. „Entschuldigen Sie – warum haben Sie den Ball der Jungen einfach ins Meer geworfen?“ „Weil ich Lust dazu hatte … Schnepfe!“ „Unverschämtheit! Warum beschimpfen Sie mich?“ „Pass auf, mit wem du redest!“ „Und wer ersetzt den Kleinen ihren Ball?“ „Der war doch sowieso nichts mehr wert … Und jetzt scher dich zum Teufel!“ Drohend baut sich der Blonde vor der Frau auf. Die zieht den Jungen dicht zu sich heran und wendet sich verängstigt ab. „So ist es richtig, verzieht euch!“ Angespannt hat Simon die Szene beobachtet. Am liebsten wäre er eingeschritten, aber der Ball ist unwiederbringlich verloren. Simon ist sich sicher, dass sich schon noch eine Gelegenheit ergeben wird, dem Mann einen Denkzettel zu verpassen.
„Simon, hast du die Tremaines schon gesehen?“ „Nein.“ John und Simon sitzen in der Messe, wo Passagiere und Offiziere der Whitecap auf das Abendessen warten. „Wenn die sich zu uns an den Tisch setzen, ist die Reise gelaufen“, grinst John. „Dann werden wir unterhalten, bis wir in Amerika sind.“ Simon beugt sich zu John hinüber. „Sag mal, kennst du den Blonden dort, drei Tische weiter?“ „Sein Name ist Flynn Corwin, ein unangenehmer Mensch. Der hat mich angerempelt, als ich an Bord gekommen bin.“ „Vorhin an Deck hat er ein paar kleinen Jungen einfach den Ball weggenommen und ihn über Bord geworfen.“ „Das sieht ihm ähnlich. Ich werde ihm so gut wie möglich aus dem Weg gehen. Den dunkelhaarigen Mann neben ihm kenne ich nicht. Aber die anderen beiden an seinem Tisch, das sind Alastair Rowley und seine Frau Lindsay.“ „Sind die ein Ehepaar? Er ist doch viel älter als sie – mindestens zwanzig Jahre!“, platzt Simon heraus. Sofort muss er an Marala denken. Bald wird auch sie die Frau eines viel älteren Mannes sein. „Ja, wenn man so reich ist, dann kann man sich die Frauen aussuchen. Alastair Rowley ist der Direktor einer Bank in Boston.“ „Woher weißt du das?“ „Ich habe die beiden vor dem Ablegen am Anleger kennengelernt.“ „Das ist aber schön, dass Sie uns Plätze freigehalten haben!“ Simon und John zucken kaum merklich zusammen, als die Stimme Henriettas ertönt. „Na, dann kann uns bei der Überfahrt ja nichts mehr passieren!“, murmelt John leise. Simon beißt sich auf die Zunge, kann sich aber ein Schmunzeln nicht verkneifen. Binnen Sekunden sitzt Henrietta neben Simon am Tisch und hat auch schon Augenkontakt mit dem Kellner aufgenommen. „Ist das Ihre erste große Schiffsreise?“, will sie wissen. John setzt an: „Ja, ich …“ „Sie müssen wissen, auf dem Atlantik liegt das Schiff nicht unbedingt so ruhig auf dem Wasser wie jetzt. Als wir von Boston herübergekommen sind, hing mein Curtis fast die Hälfte der Reise über einer Schüssel … Haben Sie denn schon einmal einen Sturm auf See erlebt, Simon?“ „Als ich das erste Mal …“ Doch schon unterbricht Henrietta Simon. „Also, als wir nach London segelten …“ Den drei Männern bleibt nichts anderes übrig, als sich gegenseitig Blicke zuzuwerfen und Henrietta zumindest scheinbar zuzuhören. Curtis’ Gesicht läuft zusehends rot an. John beugt sich zu Simon hinüber. „Mein Gott, soll das die nächsten Wochen so weitergehen? Kann man die irgendwo ausstellen? Schau dir mal den armen Curtis an, der glüht ja schon! Gleich platzt er!“ Henrietta redet und redet, dreht sich dabei um und erhebt ihre Hand zum Gruß in Richtung der Rowleys. Dann meint sie zu Curtis: „Hast du sie schon gesehen, Curtis?“ Ihr Mann zuckt mit den Acheln und brummt: „Wen meinst du?“ „Alastair Rowley mit seiner jungen Frau!“ „Sie kennen die beiden, Henrietta?“, möchte John nun wissen. Jetzt ergreift zum ersten Mal Curtis das Gespräch. „Das ist Alastair Rowley, der Direktor der BBBC, der Big Boston Bank & Co., ein sehr angesehener Banker. Die Frau an seiner Seite ist seine Ehefrau Lindsay, eine echte Augenweide, nicht wahr?!“ „Das kann ich mir ja denken, Curtis, dass sie dir gefällt, typisch Mann!“ „Was willst du denn, Henrietta? Lindsay Rowley sieht nun wirklich sehr attraktiv aus!“ „Das Ding ist doch viel jünger als er – und ich habe schon viele Geschichten über sie gehört!“ „Was für Geschichten denn?“ „Schau sie dir doch an, wie sie sich auftakelt … eben solche Geschichten!“ „Immer dieses Gerede! Sie sieht einfach gut aus, vielleicht ist sie auch noch nett und dann müssen diese Geschichten her, das ist doch fürchterlich!“ „Na, ihr seid ja auch Männer, so etwas wollt ihr eben nicht hören. Aber ich muss euch doch einmal eine dieser Geschichten erzählen …“ Curtis Tremaine ist das Verhalten seiner Frau sichtlich peinlich. Aber er weiß wohl aus Erfahrung, dass er sie nicht bremsen kann. Wer weiß, welche Diskussionen er sonst später führen muss. Simon wendet sich nun an Henrietta: „Ich habe gehört, Sie seien bankrott?“ „Wer erzählt denn so etwas?“ Henrietta reißt ihre Augen auf. „Ich habe gehört, wie sich zwei Passagiere über Sie unterhalten haben. Sie sagten, Sie hätten den langen Weg von Boston nach London nur auf sich genommen, um bei Ihrer Verwandtschaft Geld zu leihen, damit das Schlimmste noch abgewendet werden kann.“ „Das ist alles erstunken und erlogen! Curtis, sag doch auch etwas dazu! So ein Gerede kannst du doch nicht zulassen!“ „Aber Henrietta, was soll ich denn tun?“ Curtis wirkt hilflos und kleinlaut. „Nichts, Sie können nichts tun“, erklärt Simon ganz ruhig. „In zwei Tagen weiß das ganze Schiff von Ihrem Bankrott.“ „Das stimmt nicht!“, ruft Henrietta aufgebracht. „Da ist gar nichts dran!“ „Das hat der eine Mann auch gesagt“, bestätigt Simon. „Und – haben ihm die anderen geglaubt?“ „Sie meinten, wenn so etwas geredet wird, dann ist da immer auch ein kleines Stückchen Wahrheit dran.“ John starrt Simon nachdenklich an, als wäre ihm nicht klar, was er von dessen Verhalten halten soll. Simon fährt fort: „Henrietta, ich kenne diese Lindsay Rowley nicht. Sie sieht gut aus, das ist, was ich sehe. Aber über ihren Charakter kann ich nichts sagen. Ich müsste also auf jemanden vertrauen, den ich kenne und der sie kennt.“ „Simon, ich verstehe nicht. Was hat das mit dem Gerücht über uns zu tun?“ „Zuerst sind es kleine Geschichten, die man sich erzählt. Doch dann werden sie immer größer und größer, als würde man einen Ballon aufblasen – je nachdem, wer die Geschichten zum Besten gibt. Es hängt von der Fantasie des Erzählers ab.“ „Ja, aber …“ „Vielleicht war es am Anfang einfach nur ein schief sitzender Hut, dann ein altmodischer Hut, dann ein nicht bezahlter Hut. Einige Zeit später ist die ganze Garderobe nicht bezahlt und zum Schluss sind Sie bankrott.“ „Noch einmal, Simon: Nichts davon ist wahr!“ „Ein bisschen was ist immer dran.“ „Nein, nichts, gar nichts!“ Nach diesem Ausbruch herrscht sekundenlanges Schweigen am Tisch, dann sagt Simon langsam: „Sie haben recht.“ „Was soll das jetzt heißen?“ Henrietta ist offenbar völlig aufgewühlt, gleichzeitig wirkt sie sehr verängstigt. „Henrietta, niemand hat über Sie geredet. Ich habe mir alles ausgedacht. Es gibt keinen Bankrott bei den Tremaines.“ „Das ist eine Unverschämtheit! Wie können Sie uns so etwas auftischen, Simon?“ Simon blickt Henrietta ruhig in die Augen. „Ist es nicht erleichternd, dass es kein Gerücht gibt? Schön, wenn jemand den Mut hat zuzugeben, dass er sich alles ausgedacht hat, nicht wahr?“ „Sie können doch nicht einfach Gerüchte über uns in die Welt setzen!“ „Oder weitererzählen? Henrietta, Sie sollten nichts über Lindsay Rowley erzählen, was nicht wirklich stimmt. Das heißt aber auch, dass Sie Menschen zuhören müssen, wenn Sie sie kennenlernen wollen.“ „Wollen Sie damit sagen, ich rede zu viel?“ „Ich meine, Sie sollten manchmal zuhören, dann können auch andere etwas sagen.“ John und Curtis können sich das Lachen nicht mehr verkneifen und, Gott sei Dank, auch Henrietta kichert nun erleichtert los.
„Hey, Sie Trampel, können Sie nicht aufpassen?“, schnauzt es auf einmal aus einer anderen Ecke der Messe. Flynn Corwin hat sich an einen Uniformierten gewandt. „Sehen Sie sich das an, jetzt habe ich mich bekleckert, nur weil sie mich angestoßen haben! Sie Elefant im Porzellanladen!“ „Entschuldigen Sie bitte, mein Herr, das war nicht meine Absicht“, antwortet der Uniformträger höflich. Als er sich umwendet, erkennt Simon, dass es George Boyt ist. Mit hochrotem Gesicht verlässt er jetzt die Messe. John stößt Simon an. „Was hältst du davon, wenn wir an Deck gehen und nachschauen, ob wir schon im Ärmelkanal sind?“ „Gute Idee, die Luft hier ist ziemlich stickig.“ Am Ausgang der Messe treffen sie Alastair und Lindsay Rowley. Simon und John folgen ihnen und auch Flynn Corwin und sein Begleiter schlagen die gleiche Richtung ein. Bereits zum zweiten Mal rempelt Corwin John an und drängelt sich an ihnen vorbei. Als sie die Treppe hinaufsteigen, sieht Simon, wie Flynn in einem scheinbar unbeobachteten Augenblick Lindsay Rowley an den Hintern fasst. Erschrocken dreht sie sich um, doch Corwin meint nur: „Ich dachte, sie würde die Treppe hinunterfallen.“ Alastair Rowley fasst seine Frau am Arm. „Aufpassen, Liebes.“ Zu Flynn Corwin sagt er: „Danke, dass sie meiner Frau geholfen haben.“ „Ist doch selbstverständlich bei einer so attraktiven Dame!“, grinst der und wirft seinen blonden Haarschopf zur Seite.
Draußen an Deck wird es allmählich dunkel. Am Ufer glitzern die Lichter einer Ortschaft. „Das müsste Margate sein“, erklärt John. „Also segeln wir jetzt in den Ärmelkanal. Dort hinten taucht dann gleich Ramsgate auf.“ Er weist auf die in der Dämmerung verschwindende Küste. „Es ist fast wolkenlos“, stellt Simon fest. „Da können wir später den Sternenhimmel bewundern.“ Er schaut sich kurz um. „Sieh mal da rüber, John. Da stehen die Rowleys mit diesem Flynn Corwin und seinem Freund.“ „Das hat er aber dreist angestellt.“ John grinst fast anerkennend. „Was meinst du?“ „Ganz einfach: Am Tisch hat er sich bestimmt mit beiden normal unterhalten, soweit er überhaupt in der Lage ist, ein niveauvolles Gespräch zu führen. Anschließend greift er ihr direkt an den Podex und zeigt ihr damit, dass er sie will. Und jetzt macht er sich bestimmt weiter an sie ran.“ „Aber das ist unanständig!“, findet Simon. „Richtig. Aber wollen wir doch mal sehen, ob er in den nächsten Wochen mit seiner Masche Erfolg bei ihr hat …“
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